spontane gedanken der nomadin
als versuch
wie zerstörung zum experiment

 

fang das licht!
30. Juni 2014, 15:41

gedanken aus der heimat, unerwartet dunkel.
dabei hatten wir so viele pläne, du und ich.
die vorfreude auf einen sommer, der viele schöne momente versprach. eine liste mit dingen, die wir uns für diese wochen vorgenommen hatten. du hattest mehrere solche listen, mit verschiedenen menschen, die du liebtest, mit freundinnen, deiner schwester und allen voran mit der größten liebe deines lebens, deinem sohn.

mehr noch, du liebtest die menschen an sich, insbesondere jene, die dich in der hp-bar besuchten, die ihre geschichten mit dir teilten, lachten und das leben feierten. in solchen augenblicken warfst du den kopf nach hinten, strichst dir übers haar und ließt dein unverwechselbares lachen erklingen. es kam von tief unten, als gäbe es mitten in dir den ursprung der lebensfreude, und du warfst es der welt auch dann entgegen, wenn das leben alles andere als fröhlich war.

nachträglich bekommt so manches wort der letzten nacht eine besondere bedeutung. weil wir verzweifelt nach erklärungen suchen oder nach trost. einer lieben freundin sagtest du noch, man müsse jeden moment genießen, und als wir beide ein allerletztes mal gemeinsam hinter der bar „tetris spielten“, wie du es nanntest, wenn wir auf jenem kleinen quadratmeter getränke ausschenkten, sangen, tanzten und uns dazwischen ironisches zuflüsterten, sagtest du drei mal: „ich bin glücklich, so wie es ist, so wie es nun wird. ich freue mich.“
welcher mensch hat die gelegenheit, das in den letzten lebensstunden drei mal zu sagen und auch so zu meinen!

einer deiner letzten aufträge an mich war, die hymne der hp-bar zu lernen. „da musst du durch“, riefst du lachend und nahmst keinen widerspruch hin. widerspruch war ohnehin nicht so ganz deine sache, du wusstest, was du wolltest und warum du es wolltest. man konnte mitmachen oder es bleiben lassen, doch dagegen zu reden, war sinnlos. mit einem glas champagner in der hand sangst du uns stattdessen lieber deine hymne entgegen: „fang das licht, an einem tag voll sonnenschein!“

samstag nacht war mir der quadratmeter hinter der bar zu groß.
kein tetris mehr. nur einsamkeit.
die hp-bar, das warst du.
so wird es immer sein. nichts füllt den raum mehr.
diese stadt ist seit samstag ein wenig stiller geworden. nur dein lachen klingt in uns weiter, unnachahmbar. deine hymne aber werden wir weitersingen. und ich kann dir erzählen, dass ich nun endlich auch den text kann, mi amor!


panik
28. Oktober 2013, 00:01

vor wenigen tagen noch eine friedensnobelpreisträgerin moderiert.
alles kein problem.
nicht einmal aufregung.
warum auch, sie war nervöser als ich,
wurde ihr doch eine statue aufgestellt
und zehn minuten vorher hatte sie sich noch blamiert:
falsche antwort auf eine menschenrechtsfrage.
ich war da, um sie zu retten.
wenigstens ansatzweise.
nicht weil ich wollte,
sondern damit sie die dialektik begreife.
sie nahm den rettungsstrohhalm dankbar an.
alles normal also.

doch heute ein anruf aus heiterem himmel
und panik machte sich breit,
weil sich nichts beruflich verankern ließ,
sondern das leben sich in sich selbst einmischte.
einfach so.
und dann,
alle souveränität verloren,
einen augenblick zu lang.


weiterreise
18. August 2013, 13:36

und wieder von der ordnung zum chaos,
eine weiterreise,
weil der stillstand unerträglich wurde,
sich nicht mehr unter dem stichwort arbeit rechtfertigen ließ.

ein verbrauchter ort,
menschen, die nicht leben, wie sie lehren,
ethische grundsätze, die bloße maske sind.
es ist zeit die meine abzulegen.

rückkehr zum nomadinnentum,
genau hier wartet das leben.


noch immer fatzer
26. Juni 2012, 01:30

vielleicht unbelehrbar oder nur unbelehrbar widerspenstig
nach all den jahren noch immer wie bei fatzer gelesen
dass der regen von oben nach unten fällt ist mir ganz unerträglich

warum nur mir?